
Der Pflug ist eine Position, welche nicht sehr lange gehalten wird, vielleicht ein bis zwei Minuten. Ich übe Halasana regelmässig dreimal nacheinander, je eine Minute. Anschliessend an diese Serie nehme ich mir stets genügend Zeit der Übung nachzuspüren. Ich beobachte dabei rücklings auf der Matte liegend, mit geschlossenen Augen meinen Körper, meinen Atem und meine Gedanken. Ohne zu werten, nur beobachten was ich wahrnehme.
Die Übung gehört zu den Umkehrhaltungen. Manchmal empfinden wir auf Grund der Einengung von Hals und Brust, die Atmung etwas erschwert. Im übertragenen Sinne können wir uns durch die Übung von Halasana mit folgenden Themen auseinandersetzen:
- Was engt mich ein?
- Welcher Bereich in meinem Leben soll umgepflügt werden?
- Was nehme ich als fruchtbaren Boden wahr, in welchen ich etwas anpflanzen / säen möchte?
- Die Asana des Pfluges als Instrument zur Offenbarung verborgener Schätze wahrnehmen
- Ich beobachte immer wieder, dass die Ausführung von Halasana meine Teilnehmer Mut braucht – daher: übe mit der inneren Einstellung von «sanftem Mut» und staune was alles möglich ist
Wichtige und hilfreiche Punkte, die ich in meinen Lektionen stets erwähne, wenn wir Halasana üben:
- Wie auch in Sarvangasana, einmal in der Position drin, ruht ein grosser Teil unseres Körpergewichts neben Schultern und Armen auf der Nackenwirbelsäule, achte deshalb darauf, dass der empfindliche Nacken von Beginn an gerade gehalten wird und beweg ihn nicht mehr.
- Des weiteren fordere ich meine Teilnehmer deren rückwärtige Beinmuskulatur noch etwas verkürzt ist, dazu auf zuerst lediglich die Knie auf die Stirn abzulegen, dann nacheinander ein Bein nach dem anderen versuchen auszustrecken oder falls der Weg von den Zehenspitzen zum Boden zu weit ist, wieder aus der Position herauszukommen
- Traust Du Dich die Übung zu versuchen, aber die Füsse gelangen noch nicht zum Boden, dann platziere Blöcke oder einen Stapel Bücher hinter Deinem Kopf, so dass die Du die Zehenspitzen anstatt am Boden auf den Blöcken/Bücher ablegen kannst. Übst Du den Pflug drei mal in Folge, wirst Du feststellen, dass Du bereits beim zweiten oder dritten mal müheloser in die Position kommen kannst und die Blöcke vielleicht gar nicht mehr benötigst – schieb sie mit den Füssen weg 🙂
- ist es Dir nicht möglich die Füsse auf den Boden zu bringen, oder hast Du Angst die Asana auszuführen, dann forciere nichts, warte ab – bis sich Dein «sanfter Mut» entwickelt hat
Einschränkungen – nicht geeignet bei Bruch, Bandscheibenvorfall, Ischiasproblemen, Bluthochdruck oder ernsten Rückenproblemen, besonders bei Arthritis im Nacken.
Übungsabfolgen: Um in die Position des Pfluges zu kommen, kannst Du zuerst in die Position von Sarvangasana (Kerze) kommen, anschliessend senkst Du die Füsse / Beine einfach über den Kopf nach hinten unten zum Boden, oder in umgekehrter Reihenfolge übst Du anschliessend an den Pflug direkt die Kerze. Der Pflug ist eine gute Vorübung für Paschimottanasana, die Zange.
Halasana ist ein wahres Wundermittel was seine Wirkung angeht: durch die Bewegung des Zwerchfells werden alle inneren Orange massiert, die Verdauung wird angeregt, Verstopfung und Aufstossen gelindert, die Milz und die Nebennieren neu belebt, die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse gefördert und die Leber- und Nierenfunktion verbessert. Diese Asana stärkt die Bauchmuskeln, löst Spasmen in der Rückenmuskulatur, regt die Spinalnerven an und erhöht die Blutzirkulation in dem gesamten Bereich. Die Aktivität der Schilddrüse wird reguliert, wodurch der Stoffwechsel insgesamt harmonisiert und das Immunsystem besser zur Arbeit angeregt wird.
Viel Freude beim Üben – interessiert an wöchentlichen Yoga-Lektionen, melde Dich bei mir: namaste@ursina-yoga.ch oder 079 675 75 68
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