
Im Alltag beugen wir uns oft nach vorn: am Computer, am Handy, am Steuer, beim Kochen und generell im Sitzen. Dies kann auf die Dauer die Muskeln schwächen und verspannen, ja sogar verkürzen. Die Asana des Kamels wirkt dem durch eine kontrollierte Streckung der Wirbelsäule, der Schultern und Hüften entgegen. Rückbeugen haben eine vitalisierende Wirkung und können Müdigkeit vertreiben.
Diese Asana setzt die psychische Bereitschaft sich zu öffnen voraus. Das wichtigste dabei ist dass die Stellung unbedingt mit der Aktivierung des Beckenbodens ( Mulabandha) ausgeführt wird, dazu werden die Fersen geschlossen, die Oberschenkelinnenseiten ziehen gut zu einander und das Gesäss ist leicht angespannt. Auf diese Weise sind empflindliche Stellen im unteren Rücken gut geschützt. Der Nacken sollte stets aktiv gehalten werden, so dass die feinen Wirbel sich nicht verletzen, es ist daher empfehlenswert das Kinn Richtung Brustbein zu halten. Die Öffnung geschieht vorallem im Brustkorb!
Für diese Asana gibt es in wertvolle Aufwärm-Varianten:
- das Halbe-Kamel: die Beine sind in dieser Variante leicht geöffnet, die Fussrücken sind abgelegt, es wird nur mit einem Arm nach hinten zu einem Fuss gefasst, der andere Arm wird dem Ohr entlang nach oben Richtung Himmel gestreckt
- das unterstützte Kamel 1: Platziere Deine Handflächen im Bereich des unteren Rückens und neige Dich gestützt durch Deine Hände und Arme sanft zurück
- das unterstützte Kamel 2: Platziere Deine Unterarme beide im Bereich des Rückens und neige Dich gestützt durch Deine Arme sanft zurück
- Kamel an der Wand: Platziere Dich vor eine Wand, die Oberschenkel berühren die Wand, öffne Deinen Brustkorb und neige Dich vorsichtig zurück, die Oberschenkel bleiben dabei stets in Verbindung mit der Wand
- Als vorbereitende Asana kannst Du eine der folgenden Stellungen üben: Kobra – Bhujangasana, die Heuschrecke – Shalabasana, die Schulterbrücke – Setu Bandha Sarvangasana
Meine Tipps & Tricks – das aller wichtigste für die Stellung des Kamels ist folgendes:
- Aktivierung des Beckenbodens / Mulabandha
- Füsse/Fersen zusammen (ausser im Halben-Kamel, siehe oben)
- Nur so weit zurückneigen, wie Du die Kontrolle / das Gewicht gut halten kannst
- den Nacken nicht überdehnen, sondern aktiv halten, in dem Du das Kinn leicht Richtung Brustbein nimmst
- Immer in Gedanken auf die Öffnung des Brustkorbes konzentriert sein und dabei das Becken / Oberschenkel nach Vorne schieben, sich nicht zurückfallen lassen
- Aufstellen der Zehen und Fussballen auf den Boden, so dass der Weg herunter etwas kürzer ist, oder mit Yoga-Blöcken oder einem Stapel Bücher auf jeder Seite üben
- Fortgeschrittene Variante ist es, die Fussrücken abzulegen und / oder die Hände/Füsse zu kreuzen, sprich die rechte Hand fasst den linken Fersen und umgekehrt
- Die Atmung ist auf Grund der starken Öffnung des Brustkorbes etwas oberflächlicher
- nach dieser Asana sollte unbedingt eine Vorbeuge folgen, um die Anspannung im Rücken aufzulösen, beispielsweise die Zange oder auch die Stellung des Hasen / Kindes oder eine einfache Drehung / Twist im Liegen
Anatomische Wirkungsweise:
Ushtrasana dehnt die Hüftbeuger, die gesamte Vorderseite des Körpers wird gedehnt, die Brustmuskeln sowie die Intercostale-Muskulatur wird gedehnt, die Muskulatur des Nackens wird gestärkt, stärkt die Spinalnerven, wodurch sich Rückenschmerzen und Hexenschuss sowie hängende Schultern vorbeugen oder auflösen. ACHTUNG: diese Asana nicht bei akuten Verletzungen oder Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule üben, dann bitte auf eine der vorbereitenden Übungen zurückgreifen.
Diese Asana hilft gemäss Studien der Bihar School of Yoga bei Ashtma.
Viel Freude beim Üben – interessiert an wöchentlichen Yoga-Lektionen, melde Dich bei mir: namaste@ursina-yoga.ch oder 079 675 75 68
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