
SO-HAM ist ein stilles Mantra, man kann es auch als Atemübung aus dem Bereich «Atemachtsamkeit» betrachten.
SO-HAM bedeutet „Ich bin das“. Unser Körper lässt mit der Atmung einen eigenen sogenannten Ur-Klang erklingen. «So» ist der innere Klang des Einatmens, «Ham» ist der innere Klang des Ausatmens. Auf diese Weise atmen wir während eines gesamten Tages etwa 20‘000 mal unbewusst dieses Mantra SO-HAM. Wichtig zu wissen ist, dass SO-HAM einen ganzen, einen geschlossenen Kreis von Ein- und Ausatmen umfasst. Die effektiv wörtliche Bedeutung von SO-HAM spielt dabei eine untergeordnete Rolle, es geht vor allem um die Lenkung des Bewusstseins auf die zwei Silben SO und HAM.
Die Übung kann in ihrer Länge variieren, sie kann mehrmals täglich kurz oder auch sehr lange, bis zu einer Stunde ausgeführt werden. Ich übe sie mit meinen Yoga-Teilnehmern jeweils zwischen 5 – 10 min.
Die Übung kann im Sitzen oder im Liegen ausgeführt werden. Bist Du sehr schläfrig, empfehle ich Dir, sie im Sitzen auszuführen, so dass Du ganz in der Konzentration bleiben kannst und nicht einschläfst. Nimm Dir genügend Zeit Dich gut einzurichten. Verwende ein Sitzkissen, oder Blöcke, um etwas höher zu sitzen oder auch um die Knie zu stützen. So dass Du möglichst mit geradem aufgerichteten Rücken bewegungslos, während 5 – 10 min., sitzen kannst.
Anleitung:
Nimm den ganz natürlichen Atem wahr. Wie er einfliesst und wieder ausströmt, lasse den Atem frei fliessen ohne einzugreifen, ohne etwas verändern zu wollen. Lass den Atem und die Wahrnehmung miteinander verschmelzen, der Atem bewegt sich vom Nabel zum Hals und vom Hals zum Nabel. Das ist sein normaler Weg, dem Du jetzt folgst.
Der Atem setzt den gesamten Körper in eine sanfte Bewegung. Diese Bewegung kannst du in manchen Bereichen mehr wahrnehmen, in anderen weniger. Die Bewegung des Bauchnabels kannst Du besonders deutlich spüren. Nimm weiter Deinen natürlichen Atem wahr, beobachte ihn auf seinem Weg zwischen Nabel und Hals. Lass keinen Atemzug achtlos vorbeigehen.
Um die Wahrnehmung zu vertiefen, fügst Du nun das Mantra SO-HAM hinzu. Vom Nabel zum Hals klingt es mit dem Einatmen SO, vom Hals zum Nabel mit dem Ausatmen HAM. Atme weiterhin achtsam ein und aus. Bleib mit Deiner Wahrnehmung bei SO vom Nabel aufwärts und HAM vom Hals abwärts.
Übe so lange Du Dich wohl und ruhig fühlst – die Übung kann zu jeder Tageszeit praktiziert werden, besonders aber abends, vor dem zubettgehen, hat sie einen speziell hohen Nutzen. Sie lässt uns ein Gefühl von innerem Frieden, Ruhe und Ganzheit empfinden. Ideal um in die Nacht, in den Schlaf, überzutreten.
Tipp: Ich bin ein Fan von Audioaufnahmen. Ich spreche mir solche Anleitungen, wie oben aufgeführt als Audiodatei, so dass ich diese zu jederzeit, an jedem Ort abspielen kann. Die eigene Stimme zu hören, kann gewöhnungsbedürftig sein, hat jedoch einen zusätzlichen grossen Nutzen – dass Du selbst Dich begleitest. Du es bist, der Dir diese wertvolle Anleitung aufsagt und dadurch auch Du es bist, der Dich zur Ruhe bringt. Versuch es doch einmal.